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UBER verklagt Mediaagentur wegen Online Werbebetrug

Uber verklagt Dentsu Aegis Mobile Digital Spezialagentur FETCH auf Verschwendung ihres Mediabudgets in Form von Ad-Fraud und Viewability. «Dutzende Millionen Dollars nicht sichtbare oder betrügerische Onlinebanner gekauft und diese Tatsachen vor Uber verborgen». Welchen Einfluss wird dieser Gerichtsfall auf die AdTech Industrie haben?

 

Am 18. September 2017 hat UBER seine ausführliche Klageschrift am US District Court Northern District of California eingereicht. Damit wurde nun Kalifornien zum Epizentrum eines globalen AdTech Erdbebens. Ein Fall, der weltweit aufhorchen lässt, weil er erstmals das Thema AdFrau, also Online Werbung Betrug und Viewability, Sichtbarkeit von Online Werbung, von einem Gericht beurteilen lässt. Gar nicht gefallen dürfte dies auch vielen AdTech Anbietern, denn hier werden Vorgehensweisen und Schwachstellen der Online Werbung öffentlich diskutiert.

Expertise um Wachstumsziele zu erreichen

Die Vorwürfe sind happig: Zwischen 2015 und dem ersten Quartal 2017 hat UBER über 82.5 Mio USD für Onlinewerbung bei Aegis Dentsu’s FETCH Media ausgegeben. UBER habe einen premium Preis bezahlt und sei mit einer reichweitenstarken Mobile Werbekampagne einverstanden gewesen, welche wöchentlich Millionen von USD gekostet habe, weil Fetch Media dargelegt habe, sie hätten die Expertise um die Wachstumsziele von UBER zu erreichen.

Stattdessen Millionen verschwendet

Stattdessen habe Fetch dutzende von Millionen Dollar für nicht existiernde, nicht sichtbare oder betrügerische Werbung verschwendet. Fetch habe von den Problemen im mobilen Werbeinventar gewusst, verheimlichte diese Informationen aber vor UBER. Fetch nutze dieses Umfeld von Verschleierung und Betrug zu ihrem eigenen Nutzen und dem Ihrer Muttergesellschaft Dentsu. Zudem habe Fetch ihr Aktivitäten fälschlicherweise als Grund für den Wachstum von UBER App Installationen dargestellt und damit weitere Entschädigungen an Netzwerke und Verleger ermöglicht, welche einer weiteren unabhängigen Ueberprüfung nicht standhielt.

Trotz "sicherem" Setup betrogen

Delikat: UBER hatte vereinbart NUR für KLICKS zu bezahlen, welche entweder zu einer App Installation, Neuregistrierung oder «Frist Trips» führen. Zur Ueberwachung dieser Transaktion wurde die unabhängige Firma TUNE eingeschaltet. Sieht auf den ersten Blick sicher aus. War es aber nicht. Organische App Installationen wurden als Ergebnis der Fetch Kampagne ausgewiesen.


Die Anklageschrift liegt dem Mediabeobachter vor. Sie ist umfangreich. UBER zeigt darin detailliert auf, wie sie betrogen worden seien. Noch interessanter dürfte der Verlauf der Verhandlung sein, wenn Beklagte und Kläger den Fall öffentlich ausbreiten. Wir bleiben dran.


Fazit für Werbeauftraggeber:

Online Werbung scheint aufgrund der vermeintlichen «Zählbarkeit» grosse Vorteile gegenüber klassischen Medien zu haben. Beim genaueren Hinschauen muss man aber feststellen, dass es digital viel einfacher ist Werbung zu «simulieren», Zahlen und Reports zu fälschen und «Tatsachen» vorzuspiegeln. Nicht umsonst nennt der Hewlett Packard Report AdFraud neben Drogenhandel den zweitlukrativsten Zweig organisierten Verbrechens: hohe Rendite im Verhältnis zur geforderten kriminellen Energie und Risiko.

Für die Beurteilung von Risiko eines Online-Mediaplans braucht es tagesaktuelles Know-how und entsprechende Erfahrung. Hier sind Experten gefragt. Lassen Sie darum Ihre Online Aktivitäten immer von einer unabhängigen Instanz (also keine Vermarkter oder Anbieter) überprüfen und verlassen Sie sich nicht auf «Standard Markt-Tools» alleine.

Tags: Mediamanagement, Fraud, Programmatic

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